Mindestlohn und Aufzeichnungspflicht –

Was ist zu beachten?

Das Thema Mindestlohn und die damit verbundene Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeiten ist derzeit besonders präsent in den Medien. Wirtschaftsverbände bemängeln einen unverhältnismäßig hohen Verwaltungaufwand. Mit Blick auf eine für alle Interessensgruppen annehmbare Verbesserung der bestehenden Regelung ist nun die Politik gefordert, das Konzept zu überarbeiten. Nach aktueller Medienberichterstattung vom 25. Februar 2015 wird die Bundesregierung jedoch erst nach Ostern 2015 über mögliche Änderungen der Aufzeichnungspflicht entscheiden.

In diesem Zusammenhang herrscht in vielen Baubetrieben noch Unklarheit. Was gilt es zu beachten? Was ist ohnehin verpflichtend und wo können Probleme entstehen? Die wichtigsten Informationen sehen Sie hier im Überblick.

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Für gewerbliche Mitarbeiter am Bau gilt der tarifliche Mindestlohn

Gesetzlicher oder tariflicher Mindestlohn?

Seit dem 1. Januar 2015 ist das Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (MiLoG) in Kraft. Dies hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigten der Baubranche. Obwohl für die meisten der dort Arbeitenden die tariflichen Mindestlöhne des Baugewerbes gelten, gibt es Personengruppen, die vom Tarifvertrag des Baugewerbes ausgenommen sind. Dieser Personenkreis hat ab sofort Anspruch auf einen Mindestlohn auf Basis des MiLoG. Die Höhe des gesetzlichen Mindestlohnes beträgt ab 1.1.2015 brutto EUR 8,50 pro Arbeitsstunde. 


Angestellte und Poliere haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn

Im Fokus: Angestellte und Poliere

Für Angestellte und Poliere im Baugewerbe gilt der tarifliche Mindestlohn nicht. Daher ist ab 1.1.2015 für diese Personen der gesetzlichen Mindestlohn zu beachten. Dies gilt auch für geringfügig beschäftigte Angestellte (sog. Minijobber bis EUR 450,00).

Mindestgehalt für Angestellte und Poliere

Das Mindestgehalt für Angestellte und Poliere beträgt rechnerisch EUR 1.470,50 brutto (173 x 8,50). Je nach Anzahl der Arbeitstage in den Kalendermonaten schwankt die Arbeitszeit jedoch zwischen 160 Stunden (20 Arbeitstage x 8 Std.) und 184 Stunden, so dass es bei gleichbleibendem Betrag zu einem Mindestlohnverstoß kommen kann. So ist das Mindestgehalt beispielsweise bei 22 Tagen mit EUR 1.496,00 brutto anzusetzen. Ob die Kontrollbehörden eine Durchschnittsbetrachtung anerkennen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.


Nicht erst seit dem Mindestlohngesetz ein wichtiges Thema: Die Aufzeichnung der Arbeitstunden ist gängige Praxis im Baubetrieb

Aufzeichungspflichten

Um den Behörden der Zollverwaltung die Kontrolle des Mindestlohnes zu ermöglichen, sieht das Gesetz umfangreiche Aufzeichnungspflichten vor. Die Arbeitgeber des Baugewerbes sind verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre aufzubewahren.

Die Aufzeichnung muss spätestens bis zum Ablauf des siebten Tages nach Erbringung der Arbeitsleistung erfolgt sein, da die Kontrollbehörden wöchentlich die Vorlage verlangen können. Von den Aufzeichnungspflichten sind somit nun auch die Angestellten und Poliere erfasst. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes setzt sich derzeit für eine Erleichterung für solche Angestellte ein, bei denen auf Grund der Gehaltshöhe ein Mindestlohnverstoß nicht zu befürchten ist.


Aufzeichnung ganz einfach: Mobil und papierlos

Mit der mobilen Baulohn-Lösung BRZ.LohnMobil werden die Arbeitszeiten direkt auf der Baustelle erfasst. Die Bedienung der internetbasierten Anwendung unterstützt die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Disponenten, Polieren und Bauleitern. Das Lohnbüro kann sofort online auf alle Daten und Auswertungen zugreifen. Sämtliche Aufzeichnungspflichten werden automatisch erfüllt, ganz ohne zusätzliche Papierbelege.

Für Fragen rund um BRZ.LohnMobil oder zur Aufzeichnungspflicht für Baubetriebe nutzen Sie bitte das Kontaktformular oder nehmen Sie telefonisch unter der Rufnummer 0911 3607-899 Kontakt auf.


Vorsprung durch Wissen: Webinare, Schulungen und Seminare

Mit einem umfangreichen Weiterbildungsangebot unterstützt BRZ Sie dabei, diese und viele weitere Aufgaben im Baulohn erfolgreich umzusetzen. Alle aktuellen Themen, Termine, Orte sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie im Online-Terminkalender und im BRZ-Schulungskatalog (E-Paper).