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Mittelstandsforum 2014 Nachbericht

Das 5. BRZ-Mittelstandsforum Building Information Modeling ist nicht einfach nur ein Konzept oder ein Programm für die modellbasierte Prozesssteuerung in der Baubranche. BIM ist eine Philosophie – oder wie Gastgeber Johannes Lunz es beschreibt: „Es handelt sich weniger um Software als um eine Methode und eine neue Form der Zusammenarbeit.“ Diese könnte, wenn man angesichts der Euphorie und der Dynamik an diesem Forumswochenende im November ein klein wenig ins Träumen gerät, die deutsche Bauwirtschaft nachhaltig auf den Kopf stellen. Die provokative Eingangs- frage, ob BIM dabei ein Allheilmittel sein kann, wurde von den 17 hoch- karätigen Referenten und Diskussionsteilnehmern aus Handwerk, Wirtschaft, Politik und Verbandswesen unterschiedlich beantwortet – das aber störte keinen der mehr als 220 Besucher. Viel wichtiger waren die Impulse, die jeder Einzelne für sich und sein Unternehmen aus Hamburg mit nach Hause neh- men konnte. Und an Impulsen mangelte es dieser Tage im traditionsreichen Hotel Atlantic Kempinski wahrlich nicht. Dr. Hans-Hartwig Loewenstein eröffnete die Vortragsreihe mit einer Bestandsaufnahme des deutschen Baugewerbes. Benötigt die deutsche Bau- wirtschaft tatsächlich Hilfe? Bevor sich die Veranstaltung ihrem Kern-Thema zuwandte, widmete sich Dr. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, einer einführenden Bestandsaufnahme. Der Träger des Bundes- verdienstkreuzes kommt darin zu dem Schluss, dass es um die hiesige Bauwirtschaft zwar nicht katastrophal, aber auch nicht allzu gut bestellt ist. Entgegen dem schlechten Bild in der öffentlichen Meinung leistet der Mittelstand solide Ergebnisse, diese rücken aber angesichts aggres- siver Preiskämpfe und strenger Rahmenbedingungen oft in den Hintergrund. Auswertungen der BWI-Bau GmbH zufolge liegen die Renditen in der Branche bei mageren 1,9 Prozent. Die Probleme der Bauwirtschaft betreffen aber nicht nur die bauausführenden Unternehmen, sondern durchdringen die gesamte Wertschöpfungskette, und genau so müssen sie auch verstanden und angegangen werden. „Bauver- träge sind per se unvollständige Verträge“, sagt Prof. Dr. Ralf-Peter Oepen von der BWI-Bau GmbH. Das hohe Kon- fliktpotenzial liegt also in der Natur der Sache – und das obwohl, wie Oepen beispielhaft erläutert, alle von einem faireren Umgang miteinander profitieren könnten. Dass es der deutschen Bauwirtschaft genau daran mangelt, belegt Univ.-Prof. Dr.-Ing. Mike Gralla von der TU Dortmund an- hand der stetig steigenden Anzahl von Gerichtsprozessen in Bauangelegenheiten. Durch das zweitägige Mittelstandsforum führten Geschäftsführer Johannes Lunz und Marketingleiterin Eva Preu von BRZ. 2 5. BRZ-Mittelstandsforum 2014 „Nicht Software, sondern eine neue Form der Zusammenarbeit.“

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